Schönstatt-Familienbund

Josef-Kentenich-Hof
D-56204 Hillscheid
Tel.: (02624)945100 - Fax: (02624)912269
e-Mail: inf (at) familienbund.de

Der Schönstatt-Familienbund ist eine religiöse Gemeinschaft von Laien, die sich für die Erneuerung von Gesellschaft und Kirche aus den Grundkräften des Christentums einsetzen. Unsere Grundüberzeugung ist, dass es eine gesunde Gesellschaft nur auf der Grundlage von intakten, frohen, zukunftsoffenen und lebensbejahenden Ehen und Familien gibt.

Der Schönstatt-Familienbund wurde 1950 von Pater Josef Kentenich zusammen mit einer Gruppe junger Familien gegründet. Pater Kentenich, dessen Heiligsprechungsprozess von der Kirche eingeleitet wurde, ist zugleich der Gründer der weltweiten Schönstatt-Bewegung, zu der eine ganze Reihe weiterer Gemeinschaften von Männern, Frauen und Jugendlichen als tragende Basis seiner Bewegung gehört. Die Zentrale der Schönstattbewegung befindet sich seit ihrer Gründung 1914 in Vallendar/Schönstatt, in der Nähe von Koblenz am Mittelrhein.

Den Plan, auch eine "Familiensäule" zu gründen, fasste Pater Kentenich im Konzentrationslager Dachau, wo er wegen seines Widerstandes gegen den Nationalsozialismus von 1942 bis 1945 inhaftiert war. Ihm war klar geworden, dass die Familie sowohl vom Kollektivismus als auch vom Sozialismus und Individualismus zerstört wird und damit die Grund- und Lebenszelle einer jeden gesunden sozialen Ordnung in Kirche und Gesellschaft verloren geht. Anders gewendet heißt das aber, dass nur der Aufbau gesunder Ehen und Familien und die Erziehung einer lebensfrohen neuen Generation die schrecklichen Wunden des Krieges und der ideologischen Zerstörung einer lebens- und familienfeindlichen Politik überwinden konnten. In jungen Familien, die sich nach den Wirren des Krieges kraftvoll für den Wiederaufbau in Politik, Wirtschaft und Kirche einsetzten, fand er bereitwillige Partner für seine Gründung in Deutschland, und zwar nicht nur im Westen sondern auch in der damaligen DDR.

Inzwischen existieren gut entwickelte Gemeinschaften des Familienbundes auch in Chile, Argentinien, Paraguay, Brasilien, Österreich, Polen, kleinere in USA, Puerto Rico, Mexiko, Costa Rica, Ecuador, Südafrika, Spanien, Portugal, Tschechien, Ungarn und der Schweiz. Weltweit zählt die Gemeinschaft in 18 Ländern über 1700 Familien. Dem Schönstatt-Familienbund in Deutschland gehören heute etwa 240 Familien mit 800 Kindern an.

Die Mitgliedschaft im Schönstatt-Familienbund erfolgt nach einer mindestens 5-jährigen Einführungszeit durch eine in der Gemeinschaft vollzogene Weihe an die Gottesmutter. Juristische Bindungen werden nicht eingegangen; der Zusammenhalt der Gemeinschaft erwächst allein aus dem Willen der Mitglieder, ihr anzugehören, indem sie einige gemeinschaftliche Lebensformen erfüllen mit dem Ziel, so der sakramentalen Ehe vollen Ausdruck zu geben. Der Familienbund versteht sich als eine Laiengemeinschaft der katholischen Kirche, die der heutigen Zeit gemäß freiheitlich verfasst ist und dennoch in Freude und Leid zusammenhält. Er hat eine aus Ehepaaren bestehende Leitung. Die Anerkennung der Lehre der Kirche, vor allem der Aussagen, die sie über Ehe und Familie macht, gehört zu den wichtigsten Grundlagen der Mitgliedschaft. Ziel ist die religiöse Formung der ganzen Familie, vor allem auch aus dem Geist der evangelischen Räte; das heißt: der Wille wird geschult, innerlich unabhängig zu werden vom Streben nach Reichtum (Geist der Armut), Genuss (Geist der ehelichen Reinheit) und ungebundener Autonomie (Geist des familienhaften Gehorsams) wie Jesus es uns geraten und vorgelebt hat.

Jede Familie gehört im Familienbund zwei Gemeinschaften an, dem "Kurs" und der "Offiziellen Gemeinschaft". Der Kurs ist die lebenslange Gemeinschaft der Familien, die zur gleichen Zeit gemeinsam die Mitgliedschaft beginnen. Er bietet den Familien personale Beheimatung für die ganze Lebenszeit und für alle Lagen des Lebens. Die Mitglieder verschiedener Kurse sind regional zur Offiziellen Gemeinschaft zusammengefasst, die in Bundesgruppen von 3 - 6 Familien aufgeteilt ist. Während dem Kurs Familien der gleichen Generation angehören, setzt sich die offizielle Bundesgruppe in der Regel aus Familien verschiedenen Alters zusammen, die zur gleichen Diözese gehören und räumlich so nahe beieinander wohnen, dass sie sich zu regelmäßigen Gruppenstunden treffen können. Die "Lebensgemeinschaft" der Kurse und die "Arbeitsgemeinschaft" der Bundesgruppen, ergänzen so einander und bilden ein belebendes Spannungsfeld.

1976 erwarb unsere Gemeinschaft mit Finanzierung ausschließlich aus den eigenen Reihen in Hillscheid in der Nähe Schönstatts einen Aussiedlerhof, den die Familien selbst in arbeitsreichem Einsatz nach und nach zu ihrem Familienhaus "Josef-Kentenich-Hof" ausbauten. Herz dieses Zentrums ist die Schönstattkapelle als geistlicher Treffpunkt mit Gott und miteinander. Dort treffen sich die zur Zeit 31 Kurse und 6 Diözesangemeinschaften Deutschlands zu jeweils einwöchigen Tagungen. Darüber hinaus finden ein- bis zweitägige Veranstaltungen des gesamten Familienbundes, der Kurse und der Diözesangemeinschaften statt sowie die monatlichen Gruppentreffen bei einer Familie. Inhalt der Treffen ist die Schulung und Vertiefung einer christlichen Ehe- und Familienspiritualität und die Pflege eines familienhaften Gemeinschaftsgeistes, der die Familien befähigen soll, ihren Alltag, ihren Beruf und ihren apostolischen Einsatz auf allen erreichbaren Gebieten aus christlicher Verantwortung wahrzunehmen.

Das erste Augenmerk ist dabei allerdings auf die Pflege der ehelichen Partnerschaft und die Gestaltung der eigenen Familie gerichtet. Die Kinder nehmen an den Tagungen teil, solange sie möchten; für sie werden altersgemäße Programme durchgeführt. Durch die Begegnung mit anderen Kindern und im Erleben der ihnen vertrauten "Familie von Familien" werden sie ganz natürlich in die Wertwelt ihrer Eltern hineingezogen. Für Pater Kentenich war dies so wichtig, dass er deshalb die Schönstattfamilien als "Fundament und Krone" seiner ganzen Gründung bezeichnete. Die lebensbejahende Grundeinstellung des Schönstatt-Familienbundes mag auch ein Grund dafür sein, dass er besonders kinderreiche Familien und junge Ehepaare anzieht, für die Kinder ein Reichtum, eine Bereicherung, "Gabe und Aufgabe" bedeuten. Und so liegt denn auch die durchschnittliche Kinderzahl unserer Familien bedeutend über dem Durchschnitt der übrigen Bevölkerung. Um zu verhindern, dass die Teilnahme kinderreicher Familien an Tagungen und ihre Mitarbeit im Schönstatt-Familienbund an den Kosten scheitert, wurde ein Kinderfonds eingerichtet.

Da die Tagungen, die Bewirtschaftung des Josef-Kentenich-Hofes, auch das Kochen, Spülen usw. ausschließlich in den Händen der jeweiligen Tagungsteilnehmer (also der Kurse, Diözesangemeinschaften usw.) liegt, kommen jährlich auf die Familien finanzielle Belastungen zu. Dazu wurde der Hof schon zweimal durch größere Ausbauten erweitert, um die wachsenden Kurse (derzeit pro Jahr ca. allein 20-25 Wochentagungen) aufnehmen zu können. In steigendem Maße kommen auch internationale Gruppen aus den genannten Ländern auf den Josef-Kentenich-Hof.

Das alles ist nur möglich, weil viele Familien einen Teil ihrer Freizeit großzügig und ehrenamtlich für die Arbeit im Bund einsetzen und alle nach Kräften und ihrer je persönlichen Lage gemäß finanziell und durch Arbeitseinsatz helfen.

Wenn Sie Fragen haben oder Näheres über den Familienbund wissen möchten, geben wir Ihnen gerne Auskunft. Wenden Sie sich an den Josef-Kentenich-Hof oder direkt an eine der Leitungsfamilien:
 
Rosa-Maria und Josef Wieland  
(zuständig für den Familienbund in Deutschland)
Salinenstr. 5b;
Ch-4313 Möhlin   (Schweiz);
Tel.: (07621)88764   (Deutschland);
Gertrud und Hans Zier 
(in Deutschland zuständig für den Internationalen Familienbund)
Tichstr. 5  
D-79341 Kenzingen  
Tel.: (07644)7144  

Konto des als gemeinnützig anerkannten Schönstatt-Familienbundes bei der DKM (Darlehenskasse Münster):
    Konto Nr. 17688200,   BLZ 40060265    /   BIC: GENODEMIDKM,  IBAN: DE56 4006 0265 0017 6882 00


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Stand: Jan.2012